Echo einer Winternacht Val McDermid

Die Erben des Dionysos Jürgen Ebertowski  
  Der Ehrenmord Jan Eik Erlösung Jussi Adler Olsen  
 

Ein Fall für Kay Scarpetta Patricia Cornwell

Das ewige Leben Wolf Haas  
 

 

 

Echo einer Winternacht Val McDermid

 

 

Wenn einen die Vergangenheit wieder einholt

 

Eine eisige Winternacht, 1978. In dem schottischen Universitätsstädtchen St. Andrews machen Alex Gilby und seine Freunde auf dem alten keltischen Friedhof eine grausige Entdeckung: den blutüberströmten Körper der jungen Rosie Duff. Jede Hilfe kommt zu spät. Auch wenn die Polizei ihnen nichts nachweisen kann, geraten die Studenten unter Verdacht. Fünfundzwanzig Jahre später rollt die Polizei ungelöste Mordfälle wieder auf. auch den Mord an Rosie. Und es scheint jemanden zu geben, der seine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit hat: Einer der vier Freunde von damals kommt auf mysteriöse Weise ums Leben, kurz darauf ein zweiter. Alex Gilbey muss herausfinden, wer es auf das Quartett abgesehen hat, bevor er selbst das nächste Opfer wird. Ein Alptraum nimmt seinen Lauf...

 

Val McDermid hat ihren Roman in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden die vier Freunde vorgestellt und die Entwicklung zwischen ihnen, wie sie von Zeugen zu angeblichen Tätern werden, wie Misstrauen untereinander entsteht und schließlich die Gruppe zerbricht. Dabei gelingt es der Autorin  wundervoll, die Charaktere der Protagonisten, die gruppendynamische Prozesse unter den verdächtigen Studenten und die Stimmung in jener Winternacht darzustellen, so das man das Gefühl bekommt mitten im Geschehen zu sein.

 

Der zweite Teil spielt 25 Jahre später. Hier wird der Spannungsbogen angezogen. Das Leben der vier Freunde mit den nie aus der Welt geschaffenen Verdächtigungen ist unterschiedlich verlaufen. Als der Fall neu aufgerollt wird, werden auch die alten Erinnerungen wieder wach und ein erneutes Morden setzt ein. Geschickt legt Val McDermid falsche Fährten und baut eine subtile Spannung auf, der man sich nur schwer entziehen kann

 

Val McDermind
Echo einer Winternacht
Droemer Knaur 12/2005
TB 9,95 €

   

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Der Ehrenmord Jan Eik

 

Mit der Reihe „Es geschah in Berlin“ wurde das Krimigenre des Kettenromans aus der Taufe gehoben. Der Ermittler ist immer Kriminalwachtmeister Herrmann Kappe, der in Berlin des beginnenden 20. Jahrhunderts auf Gangsterjagt geht. Doch jeder Fall, jedes Buch stammt aus der Feder eines anderen Krimiautoren.

 

Im dritten Band läßt Jan Eik den Kommissar im Sommer 1914 ermitteln. In Sarajewo wird der österreichische Thronfolger ermordet. Während es auch in der deutschen Hauptstadt zu brodeln beginnt, birgt man die Leiche einer jungen Frau aus dem Luisenstädtischen Kanal –ausgerechnet in der Nachbarschaft von Hermann Kappe. Kappe beginnt zu recherchieren und stößt im Milieu der Kreuzberger Mietskasernen auf bedrückende Verhältnisse. Die ermordete Lina Jungnickel, die 16-jährige Tochter einer Waschfrau, war im vierten Monat schwanger, und nahezu alle männlichen Bewohner des Mietshauses kommen als Täter in Frage. Verdächtig sind nicht nur die Brüder der Ermordeten, die sich im Milieu der Ringervereine bewegen, sondern auch ehrbarere Hausbewohner. Schließlich ist es ein Nachbarsmädchen, das Kappe auf die richtige Spur bringt. Wird er trotz des ausbrechenden Weltkriegs den Mörder fassen?

 

Jan Eik
Der Ehrenmord
Jaron 05/2007
TB 7,95 €

   

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Ein Fall für Kay Scarpetta  Patricia Cornwell

Die Vorliebe fürs Kochen und guten Rotwein scheint den grausamen Alltag auszubalancieren. 

Während der Entstehungsphase von 'Ein Fall für Kay Scarpetta' lernte Patricia Cornwell Marcella Fierro, die Leiterin der Gerichtsmedizin des Staates Virginia, kennen, durch die sie viele Einzelheiten über die gerichtsmedizinischen Arbeiten erfuhr. Diese Kenntnisse benutzte Cornwell als Grundlage für die Bücher um Kay Scarpetta.

Die Figur der Kay Scarpetta war in der Serie über lange Zeit hinweg wie die reale Marcella Fierro als leitende Gerichtsmedizinerin des Bundesstaates Virginia tätig. In dieser Zeit spielen die ersten 11 Bücher der Reihe. Begleitet wird Kay Scarpetta in den meisten dieser Bücher von drei wichtigen Nebenfiguren: Ihre hochbegabte Nichte Lucy Farinelli, den Richmonder Polizisten Pete Marino sowie dem FBI-Profiler Benton Wesley. 

Da Kay Scarpetta kaum Verwandte bzw. Familie hat, stellen diese Figuren (die ebenfalls kaum Verwandte haben bzw. gerade unter diesem Mangel leiden) eine Art Ersatzfamilie dar. Cornwell selbst betont die Parallelen zwischen ihrem eigenem Leben und Kay Scarpetta: Beide wurden in Miami geboren, beide sind geschieden, beide arbeiteten in der Gerichtsmedizin und beide hatten problematische Beziehungen zu ihren Vätern.

Man merkt, wie sehr die Autorin sich mit der kultivierten Kay Scarpetta identifiziert. "Ich würde mich fast immer ihrer Meinung anschließen", sagte Patricia Cornwell einmal in einem Interview. "Das gilt auch für ihren Charakter. Was sie als moralisch, richtig, anständig und gerecht betrachtet, empfinde auch ich so. Wir haben einen ähnlichen Geschmack, was Kunst, Musik und Essen angeht. Bis zu einem gewissen Grad schreibe ich über die Welt, in der ich lebe."  

 

Patricia Cornwell
Ein Fall für Kay Scarpetta
Goldmann 04/1998
TB 8,95 €

   

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Die Erben des Dionysos Jürgen Ebertowski

 

Aus der Berliner Galerie Ottomania in Kreuzberg wird ein wertvolles Gemälde gestohlen. Es ist ein Porträt aus dem 17. Jahrhundert von Selim dem Ersten. Die Spur des Diebstahls führt nach Istanbul. Eugen Meunier, Berliner Schriftsteller, Hugenotten-Nachkomme mit türkischen Freunden und Freude am türkischen Wein, will seinem Freund beim Auffinden des Gemäldes helfen und reist dafür nach Istanbul. In der farbenprächtigen Stadt am Bosporus stößt er auf die dubiosen Machenschaften eines französischen Getränkekonzerns. Als auf dem Weingut seines Freundes bestialisch verstümmelte Leichen auftauchen und alles auf einen neuen Dionysos-Kult hindeutet, ist Eugens ermittlerischer Spürsinn gefragt.

 

Ebertowski gelingt es in seinem Krimi einen spannenden faszinierenden Plot mit einem literarischen Reiseführer durch Istanbul zu kombinieren und für Freunde des edlen Tropfens noch verblüffende Offenbarungen bereitzuhalten.

 

Für Weinkenner und Krimileser gleichermaßen reizvoll.

 

Jürgen Ebertowski

Die Erben des Dionysos

Rotbuch02/2004

TB 9,90 €


   

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Erlösung Jussi Adler Olsen

Jahrelang blieb der Hilfeschrei im Inneren einer verwitterten Flaschenpost unentdeckt. Dann landet die Botschaft im Sonderdezernat Q für unaufgeklärte Fälle. Ihre mühsame Entzifferung führt Carl Mørck und seinen Assistenten Assad auf die Spur eines entsetzlichen Verbrechens: Der Hilfeschrei, mit menschlichem Blut geschrieben, ist offenbar das letzte Lebenszeichen zweier Jungen, die Jahre zuvor entführt worden waren. Doch wer sind diese Jungen? Warum haben ihre Eltern nie eine Vermisstenanzeige aufgegeben? Sind sie womöglich noch am Leben? Bald steht fest: der Täter läuft noch immer frei herum und ist weiterhin aktiv...

Religiöser Wahn

Carl Mørck und sein Team finden bald heraus, dass die Nachricht von einem Jungen stammt, der gemeinsam mit seinem Bruder vor vielen Jahren entführt worden ist. Seltsam an diesem Fall ist jedoch, dass die Kinder nicht als vermisst gemeldet wurden - noch nicht einmal von ihren Eltern. Die Spur führt zu einer christlichen Sekte. Hier galten die Kinder als ausgestoßen und somit nicht mehr zugehörig zur Gemeinschaft und wurden demnach auch nicht vermisst. Der Autor beschreibt sehr eindringlich das Leben in einer Sekte, ebenso wie deren Bekämpfung in Dänemark. Das mildert die Spannung des Romans jedoch in keinster Weise, im Gegenteil es bietet spannende Einblicke in eine sonst, für Außenstehende verschlossene Welt.

 

Parallel zu den Ermittlungen erzählt Jussi Adler-Olsen die Geschichte des Täters. Sein Vater war Pfarrer, und zwar einer der Sorte, der Frau und Kindern die Gottesfurcht und das rechte Leben einprügelte. Für alle Demütigungen rächt er sich jetzt.

 

Sonderdezernat Q

Jussi Adler-Olsen hat mit seinen Figuren ein etwas anderes Ermittlerteam geschaffen. Carl Mørck, der erschöpft ist und keine Lust mehr auf seine Arbeit hat als leitender Ermittler, Assad eigentlich die Reinigungskraft, mittlerweile aber zum Assistenten aufgestiegen und Rose, eine sehr eigenwillige Frau mit einem schwankenden multiplen Temperament. Zusammen hocken sie im Asbest verseuchten Keller des Polizeipräsidiums und lösen alte ungelöste Fälle. Im dritten Teil hat Jussi Adler-Olsen seinen Figuren mehr Freiraum gegeben. Rose wird nach einer Weile von ihrer Zwillingsschwester vertreten, Assad ist umgeben von Geheimnissen hinter die keiner so recht kommt und Mørck, na ja einmal in einen Fall vertieft, lässt er nicht so schnell wieder locker. Besonders der Schlagabtausch zwischen Mørck und Assad gibt immer wieder Anlass zum schmunzeln.

 

Ein spannender Plot, dänisches Lokalkolorit und skurrile Hauptpersonen machen dieses Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen und zum idealen Urlaubsbegleiter.....

 

Jussi Adler Olsen
Erlösung
dtv 07/2011
TB 14,90 €

   

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Das ewige Leben Wolf Haas

Der Privatdetektiv Simon Brenner ist ca. 44 Jahre alt und stammt aus Puntigam bei Graz. Er ist Junggeselle, breitschultrig, mit Kantschädel, roter Nase und wasserblauen Augen. Seit er sich das Rauchen abgewöhnt hat, bekommt er regelmäßig Migräneanfälle. Das Denken, das gezielte, systematische ist nicht unbedingt seine Stärke. Es gehen ihm meistens die unterschiedlichsten Sachen auf einmal durch den Kopf. Genauso kennzeichnend ist seine mangelnde Begabung dafür, Hinweise oder Indizien nach dem Maßstab „wichtig" oder „unwichtig" zu klassifizieren. Und nicht nur, dass er über jede Kleinigkeit nachgrübelt, er arbeitet außerdem nach einem eisernen Grundsatz: keine vorschnellen Lösungen erzwingen.

Eines steht aber sicher fest: auch wenn Simon Brenner nicht der schnellste Ermittler ist, hat er all seine Fälle ordentlich gelöst.

Große Aufregung in der Sigmund-Freud-Nervenklinik in Graz: Einer der Hoffnungslosen, ein Selbstmörder, ist aus dem Koma noch einmal zum Leben erwacht. Doch warum weigert sich dieser Simon Brenner, ein Privatdetektiv, so stur, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen? Warum behauptet er steif und fest, die Kripo wollte ihn ermorden? Und das, obwohl die Tage vor dem Kopfschuss restlos aus seinem Gedächtnis gestrichen sind? Für den Psychiater liegt der Fall ganz klar: akute Depressionen, ausgelöst durch die Rückkehr in die Heimatstadt Graz ...

Der 6. Fall für Brenner wird wohl auch sein Letzter sein. Wie immer erzählt Wolf Haas seine Geschichte mit dem ihm eigenen Sprachwitz, viel Lokalkolorit, schwarzen Humor und auch die Spannung kommt nicht zu kurz, wenn gleich die Logik ein wenig hinkt. Aber so kennen und lieben wir den Autor

 

Wolf Haas
Das ewige Leben
Piper 09/2004
TB 8,95