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Kap
der Finsternis
Roger
Smith
Ein
dummer Zufall, ein brutales Verbrechen, ein
korrupter Polizist und eine schonungslose
Tour de force, die in immer tiefere Abgründe
führt.
Der
Amerikaner Jack Burn bewohnt in Kapstadt
zusammen mit seiner schwangeren Frau und
ihrem Sohn ein Haus in einer Wohnanlage für
vermögende Weiße. Während Burn in Amerika
wegen einem Banküberfall mit mehreren Toten
von der Polizei gesucht wird, lebt er hier
unauffällig unter anderen Reichen.
Ausgerechnet er und seine Familie werden in
ihrem Haus von zwei durchgeknallten,
schwarzen Gangmitgliedern überfallen. Burn
tötet beide, beseitigt die Leichen und weiß
sofort, dass sein Alptraum damit gerade erst
begonnen hat.
Benny
Mongrel, ein ehemaliges Gang-Mitglied
arbeitet als Sicherheitsmann auf der
Baustelle neben Burns Haus und
Rudi
Barnard, auch Gatsby genannt, ein weißer
Polizist in Kapstadt, ein bigotter Mensch
ohne moralische Grenzen, wissen ziemlich
schnell, was in dem Haus passiert ist und
versuchen ihren Nutzen daraus zu ziehen.
Kapstadt
– abseits der Touristenmetropole
Es
ist ein extrem gewalttätiges Südafrika,
das der Autor uns aufzeigt. Sprachlich
schafft er dies durch einen schnellen
brutalen Schreibstil, einer authentischen
Sprache sowie wechselnden Erzählperspektiven,
wobei jede Szene abwechselnd von einer der
Figuren in ihrem jeweiligen Sprachtypus
erzählt wird.
Inhaltlich
kommt keiner seiner Figuren ohne Gewalt aus.
Der Part des Guten fehlt völlig in diesem
Roman. Leichen pflastern den Weg.
Diese
Härte und Brutalität, die als
selbstverständlich und normal gezeigt wird,
lässt einem schon das Blut in den Adern
gefrieren. Deon Meyer wählte schon
Südafrika als Schauplatz für seine Krimis.
Auch bei ihm gehörte die Brutalität zur
Tagesordnung. Aber anders als Meyer
vermittelt Smith das blanke Entsetzen über
die Zustände in seinem Land, über die
unüberwindbar scheinende Schere zwischen
arm und reich, über die Hoffnungslosigkeit
und über die Brutalität. Nicht ein kleiner
Hoffnungsschimmer zeichnet sich am Horizont.
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Roger
Smith
Kap der
Finsternis
Heyne
07/2010
TB 8,95€
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Berlin 1910 -
Kappe und die verkohlte Leiche
Horst
Bosetzky
Mit
der Reihe „Es geschah in Berlin“
wurde das Krimigenre des Kettenromans
aus der Taufe gehoben. Der Ermittler
ist immer Kriminalwachtmeister
Herrmann Kappe, der in Berlin des
beginnenden 20. Jahrhunderts auf
Gangsterjagt geht. Doch jeder Fall,
jedes Buch stammt aus der Feder eines
anderen Krimiautoren.
Den
Ersten Fall verfasste Horst
Bosetzky, auch bekannt unter dem Kürzel
-ky. Er spielt im
September 1910. In Berlin-Moabit
streiken die Kohlenarbeiter. Es kommt
zu Unruhen und tätlichen
Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Nach dem Brand auf einem Kohlenplatz
findet man in den rauchenden Überresten
die Leiche des Arbeiters Paul
Tilkowski. Der jedoch wurde, wie sich
schnell herausstellt, zuvor
erschossen. Der Fall scheint klar,
denn Tilkowski war als Streikbrecher
unter den Kohlenarbeitern verhasst.
Doch schon bald tauchen weitere Verdächtige
auf. Die verkohlte Leiche ist der
erste Mordfall für den jungen
Kriminalwachtmeister Hermann Kappe,
der gerade von Storkow ins ach so große
Berlin versetzt worden ist ...
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Horst Bosetzky
Es geschah in Berlin... 1910
Jaron 04/2007
TB 7,95 €
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Das Kindermädchen
Elisabeth
Herrmann
Berlin
im Hochsommer: Eine alte Frau steht eines Morgens im Garten
der wohlhabenden Anwaltsfamilie Zernikow. Sie will das
Familienoberhaupt Utz von Zernikow sprechen und ihm ein
Schriftstück zur Unterschrift vorlegen. Joachim Vernau,
Anwalt im Hause Zernikow und Schwiegersohn in spe, nimmt das
vermutlich in Russisch verfasste Dokument an und wimmelt die
alte Frau ab. Einige Tage später liest Joachim, Ich-Erzähler
des Romans, in der Zeitung vom Unfalltod der Frau. Olga W.,
eine Ukrainerin, ist im Landwehrkanal ertrunken. Joachims
Neugierde ist geweckt: Wer war diese Frau, die für ihre
Freundin Natalja Tscherednitschenkowa jenes Dokument
unterschreiben lassen wollte? Wer ist Natalja
Tscherednitschenkowa und was hat sie mit der Familie seiner
zukünftigen Frau Sigrun Zernikow zu tun?
Begonnen hat alles mit
einem Bericht im Tagesspiegel
Elisabeth Herrmann las einen
Bericht über eine Initiative zur Unterstützung früherer
Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine. Das für sie neue daran,
war die Tatsache, dass Zwangsarbeiter nicht nur in der
Industrie, sondern auch in privaten Haushalten arbeiten mussten.
Und so begann die Autorin Hintergrundinformationen zusammeln.
Sie war bei Historikern, bei einem Berliner Verein der
ehemalige Zwangsarbeiter unterstützte und in der Ukraine bei
Frauen die dieses Schicksal selbst erlitten hatten. Und sie
beschloss eine Geschichte zuschreiben. Herausgekommen ist
"Das Kindermädchen", ein Roman der, trotz des
harten Grundthemas vor Witz und schwarzen Humor sprüht,
sensibel gezeichnete Figuren aufweist und mit flott erzählten
Actionszenen ebenso wie mit nachdenklich, ruhigen Rückblenden
den Leser in seinen Bann schlägt. Um es mit Andrea Fischer zu
sagen: "Sie hat (...) einen richtig guten
Kriminalroman geschrieben."
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Elisabeth
Herrmann
Das Kindermädchen
Goldmann-Verlag 2007
8,95 €
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Kleine Infamien
Carmen
Posadas
"Ich
hatte mich einmal in einer Kühlkammer
eingesperrt"
....
erzählt Carmen Posadas in einem Interview.
"Und wäre beinahe darin umgekommen. Zum
Glück hat jemand gemerkt, dass ich dort
eingeschlossen war, aber ich werde es mein
Lebtag nicht vergessen. Ich dachte die ganze
Zeit, mein Gott, ich werde hier sterben,
gefroren wie ein Sorbet, wie schrecklich! Der
Tod kann nicht nur tragisch, sondern auch ganz
schön lächerlich sein."
Ein
nobles Landhaus an der Costa del Sol. Darin
eine Gesellschaft, ein exzentrischer
Kunstsammler; ein Gastgeberpaar mit dubioser
Vergangenheit; ein panischer Hausfreund; ein
Spitzenkoch mit
seinem seltsamen Servicepersonal. Nach dem
nicht ganz spannungsfrei verlaufenen Dinner
schließt sich morgens um vier die von innen
nicht zu öffnende Tür der Kühlkammer hinter
dem Chefkoch Néstor Chaffino und beschert ihm
einen langsamen Erfrierungstod. Zufall oder
Mord!? Der Chefkoch schrieb gerade an einem
Buch mit dem Titel "Kleine
Infamien". Ist es wirklich nur ein Buch
wo die letzten Geheimnisse einer guten
Nachspeise preisgegeben werden oder plaudert
Nestor die dunklen Geheimnisse seiner
ehemaligen Arbeitgeber aus. Alle Anwesende
hätten ein Motiv und Carmen Posadas führt
uns peu á peu in die miteinander
verflochtenen Vorgeschichten der einzelnen
Personen ein und entwickelt dabei ein lustiges
Verwirrspiel bei dem man am Ende immer noch
überlegt war es nun Mord oder ...?
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 Carmen
Posadas
Kleine
Infamien
Suhrkamp 11/2005
TB 9,00
€
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Das
Kreuz von Krähnack
Ralph Gerstenberg
So
etwas hätte der Berliner Hauptkommissar Bernhardt Oeser in
der tiefsten Provinz von Brandenburg nicht erwartet: In einem
Teich in Krähnack, einem kleinen Nest in der Uckermark, wird
die Leiche eines buddhistischen Mönches gefunden.
Eigentlich
möchte Oeser mit dem "Life-Work-Balance-Seminar"
seiner Gesundheit auf die Sprünge helfen. Nach zwei Herzinfarkten
ist er an den Schreibtisch verbannt worden und lebt einer drohenden
Frühpensionierung entgegen. Das Seminar und die junge Journalisten
Monika Abendroth vom "Märkischem Kurier", die einen
Beitrag über das Seminar verfassen will, gehen ihm schnell
auf die Nerven. Da kommt der Mord an dem Mönch wie gerufen
und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
Krähnack ging es nach der Wende wie vielen kleinen Ortschaften in Ostdeutschland: Die meisten jungen Leute sind weggezogen, die ortsansässige überwiegend ältere Bevölkerung ist arbeitslos und die Zugezogenen eher skurrile Großstadtflüchtlinge.
Zu
denen gehört auch der Künstler und Schlossbesitzer
Carlos Roda. Er wird einen Tag nach dem Mönch gekreuzigt
am Mast der so genannten >Arche<, seinem letzten Kunstobjekt
aufgefunden.
Oeser
stellt sich die Frage was der Mord an einem Künstler und
einem Mönch miteinander zu tun haben könnte. Er beginnt
zu ermitteln, immer begleitet von der Journalistin Abendroth und
natürlich inoffiziell.
Amüsant und mit feiner Ironie versteht der Autor vom Leben zu erzählen.
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Ralph Gerstenberg
Das
Kreuz von Krähnack
Grafit 09/2004
TB
8,95 €
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Kundry
weint
Rüdiger
Offergeld
Kein
Festspielsommer in Bayreuth ohne Skandal. In
diesem Jahr der plötzliche Tod Dr.
Siegfried Sögels, Direktor des Richard
Wagner-Nationalarchivs. Mord oder Suizid?
Drei Tage zuvor waren im Park des Hofgartens
zwei schwarzen Schwänen
die Kehle durchgeschnitten worden. Schwarze
Schwäne hatte einst König Ludwig Richard
Wagner als Geburtstagsgeschenk überreicht.
Wer hatte dem Toten schwarze Schwanfedern in
die starren Hände gelegt? Welche Motive
gibt es für diese frevelhafte Tat?
In
Bayreuth rumort es. Viele wollen in ihr eine
warnende Botschaft des Täters an diejenigen
erkennen, die es wagen, den im Tresorraum
des Archivs für alle Zeiten verschlossenen
Briefwechsel zwischen Hitler und dem Hause Wahnfried ans Licht der Öffentlichkeit zu
bringen.
Auf Alma Rosen, jüdische
Journalistin aus New York, lastet dieser
schwere Verdacht. Hat ihr Archivdirektor Sögel
diese brisante Korrespondenz in die Hände
gespielt? Mußte er deshalb sterben? Welches
Verhältnis hatten die beiden miteinander?
Wird Alma Rosen diese Dokumente, die
Wahnfrieds allzu enge Verknüpfung mit dem Führer
und seinen verbrecherischen Zielen belegen könnten,
tatsächlich veröffentlichen?
Der Ruf der
Festspiele ist in akuter Gefahr. Wer schickt
Morddrohungen an Alma Rosen? Wagnerianer aus
der ganzen Welt sind nach Bayreuth gekommen
um die Neuinszenierung des Bühnenweihfestspiels
Parsifal zu erleben. Auch der berühmte
Biologe Jonathan Murphy aus den USA, der
"Messias der Gentechnologie", ein
glühender Verehrer Wagners und seines
Parsifals. Was hat er mit all dem zu tun?
Der Kriminalpsychologe Firmian von Dall'Armi
wird von der bayrischen Staatsregierung
beauftragt, der Bayreuther Polizei beratend
zur Seite zu stehen. Seine Ermittlungen führen
ihn in mysteriöse Wagnerwelten, in die
Wahnwelt vom Heilgen Gral und seinem Mythos
von ewiger Jugend und Schönheit - und
direkt in die dunkle deutsche Vergangenheit.
Wagner-Fans
werden ihre Freude an diesem Roman haben,
für alle anderen ist es ein guter Einstieg,
um die Stadt und die Wagnerfestspiele kennen
zu lernen und einen Einblick in das Leben
und Werk Wagners zu bekommen.
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Rüdiger
Offergeld
Kundry
weint
Allitera
Verlag 2005
TB 12,00 €
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kurz vor danach und
gegenüber von immer
Beatrice
und Philipp Beng
Ein
Kriminalroman zwischen den Kontinenten
Der siebzehnjährige Vincent will als
Austauschschüler drei Monate am anderen
Ende der Welt verbringen. Als er Berlin und
seine
Familie verlässt, ahnt niemand, dass von
einer erholsamen Verlängerung der
Sommerferien unter der Sonne Argentiniens
keine Rede sein kann. Stattdessen muss er
sich mit Hilfe seiner Mutter Lena auf die
Suche nach seinem verschwunden Freund
begeben. Und dann ist da noch dieses Mädchen,
das tot im Heizungskeller des Colegio Wagner
gefunden wurde. Und so stolpern Lena und
Vincent, 12.000 Kilometer voneinander
entfernt, gemeinsam von einem Desaster ins
nächste.
Dieser
Krimi ist mal etwas anderes. Die Ermittler
sind diesmal die Mutter, eine
Sozialarbeiterin und ihr Sohn, ein
Austauschschüler. Zusammen versuchen sie
via E-Mail das Verschwinden des besten
Freundes und den Tod des Mädchens zu
klären. Dazwischen erfährt man viel über
das Leben in beiden Städten und über die
Mutter Sohn Beziehung.
Ein
sprachlich gutes Buch, das durch den etwas
anderen Aufbau und seinen authentischen
Hauptpersonen ein schönes Lesevergnügen
bietet.
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Beatrice und Philipp Beng
kurz
vor danach und gegenüber von immer
Kahl
Verlag 03/08
TB 14,90
€
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