Leo Berlin Susanne Goga

   
  Die letzte Sure Zoe Ferraris    
  Die Loge Daniel Silva    
 

 

 

Leo Berlin Susanne Goga 

 

Berlin 1922. Die Inflation läuft sich warm. Deutschland ist politisch zerrissen, die Menschen finden nach dem verlorenen Krieg keine Ruhe. Kriminalkommissar Leo Wechsler, verwitweter Vater von zwei   Kindern, bekommt es mit einem mysteriösen Mord zu tun: Ein Wunderheiler, der Patienten und vor allem Patientinnen aus den besten Kreisen behandelte, wurde mit einer Buddhafigur aus Jade erschlagen. Es gibt keine Zeugen, keine Spuren. Doch der Heiler war kein unbeschriebenes Blatt: Er hat, wie sich herausstellt, viele seiner Patienten mit Kokain versorgt. Wenig später wird im Scheunenviertel eine Prostituierte ermordet. Leo vermutet eine Verbindung zum Tod des Heilers. Seine Ermittlungen führen ihn in elegante Villen, ärmliche Hinterhöfe, Kokainhöhlen und Rotlichtbezirke, doch erneut drohen alle Spuren im Sande zu verlaufen... 

 

Eine Zeitreise erster Klasse

 

Der Leser wird in eine Epoche entführt, die bislang im Krimigenre nahezu unbekannt ist, in das Berlin der zwanziger Jahre. Die Inflation der Nachkriegsjahre frisst das Geld, die Kinder sammeln Zigarettenkippen um den Resttabak zu verkaufen, zahlreiche schwere Krankheiten grassieren, politisch geht es hoch her. Die Nationalen machen gegen Außenminister Rathenau mobil, der in der Folge einem Attentat zum Opfer fällt, was umgehend die Linken auf den Plan ruft.

 

Schwere Zeiten auch für Kommissar Leo Wechsler, privat gibt es immer stärkere Spannungen zwischen ihm und seiner Schwester Ilse, die seit dem Tod seiner Frau mit ihm zusammenwohnt und sich um seine beiden Kinder kümmert, dabei aber zunehmend ihr eigenes Privatleben vermisst. Beruflich muss er sich mit seinem unbeliebten, national-konservativ eingestellten Kollegen Herbert von Malchow der aufgrund seiner Herkunft meint, etwas Besseres zu sein und seinem Chef Leo bei jeder sich bietenden Gelegenheit in die Parade fährt, herum ärgern.

 

Susanne Goga hat die Charaktere ihrer Protagonisten einfühlsam gezeichnet, man versetzt sich in sie hinein, fühlt mit ihnen. Auch der historische Kontext ist sehr gut recherchiert und in Szene gesetzt. Wer atmosphärisch dichte Romane liebt sollte dieses Buch nicht auslassen.

 

"Mit Leo Berlin ist Susanne Goga ein außergewöhnlicher historischer Kriminalroman gelungen. Akribisch recherchiert, aber nicht mit historischem Wissen überfrachtet, macht ihre sensibel erzählte Geschichte die erbärmlichen Hinterhöfe im Berlin der 20er Jahre ebenso sichtbar wie die vornehmen Villen, und ihr Drama fügt sich nahtlos in den sozialen, kulturellen und politischen Kontext dieser in der jüngeren Literatur vernachlässigten Epoche deutscher Geschichte. Spannend, authentisch, wunderbar erzählt - Leo Berlin ist eine Zeitreise erster Klasse." Rebecca Gablé

 

 

Susanne Goga 

Leo Berlin
DTV 07/2005
TB 14, - €

 


   

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Die letzte Sure Zoe Ferraris

 

Ein junges Mädchen, das in der Wüste ertrinkt und ein Ermittler, der nicht ermitteln darf ... 

 

Die Geschichte beginnt in der Wüste. Der Wüstenführer Nayir sucht gemeinsam mit seinem Trupp die riesigen Sanddünen nach einem jungen Mädchen ab. Nouf, die Schwester seines Freundes Othman, ist von zu Hause fortgelaufen und wird hier vermutet. Als man sie schließlich findet, ist die Sechzehnjährige tot. Sie ist in einem wasserführenden Trockental ertrunken. Und obwohl ihre reiche Familie ihren Tod als Unfall abtut, will sich Nayir nicht mit dieser Begründung zufrieden geben. Zu viel ist im Unklaren geblieben über die Flucht des Mädchens, das kurz vor seiner Hochzeit stand. Wieso wird sie beispielsweise beim traditionellen Begräbnis wie eine Schwangere in ihr Grab gelegt? Und wieso möchte Othman auf 
Nayir ist nicht der Einzige, der Verdacht schöpft. Katya, die die Leiche Noufs in der Rechtsmedizin obduziert hat und außerdem mit Othman verlobt ist, lässt sich ebenfalls nicht so einfach bremsen. Sie gehört zu den wenigen Frauen in der konservativen Stadt, die arbeiten gehen, und ihre forsche Art ist Nayir, als er sie kennen lernt, sehr unangenehm. Als sie auch noch darauf besteht, gemeinsam mit ihm in diesem Fall zu ermitteln, wird sein gesamter Glaube auf den Kopf gestellt.

Eine andere Welt

Dieser Roman lebt nicht von der Spannung des Krimiplots, dieser ist eher leicht und schnell durchschaubar, sondern von dem Schauplatz. Saudi Arabien, ein Land von dem man nicht allzu viel weiß. Durch kleine, scheinbar nebensächliche Details schafft es die Autorin, diese für uns fremde Welt greifbar zu machen. So verspätet sich beispielsweise der Chauffeur von Katya um fünf Minuten und muss ihr, in folge dessen neue Schuhe kaufen. Durch die Hitze und das Warten waren die Sohlen geschmolzen. Oder der Ausflug in den Zoo, in dem es keine lebenden Tiere mehr gibt, sondern nur noch die Skelette der einstigen Bewohner, die in der Hitze einen schnelle Tod fanden.

Ähnlich verhält es sich mit den Einblicken in die religiöse Welt Saudi Arabiens. Zoe Ferraris zeigt dem Leser ohne Wertung die verschiedenen Ansichten ihrer Protagonisten zum Islam. So ist Nayir ein sehr streng gläubiger Muslim, der schon Probleme hat einer Frau ins unbedeckte Gesicht zusehen, geschweige denn mit einer zusammen zuarbeiten. Katya hingegen steht für einen liberaleren Glauben. Sie arbeitet gerne, möchte nicht ihr Gesicht bedecken und sich auch mal mit Männern unterhalten ohne das es ein enges Familienmitglied ist. Wir erfahren das es eine Religionspolizei gibt, die kontrolliert ob man für die Öffentlichkeit richtig gekleidet ist und sich anständig benimmt, aber es gibt auch so genannte Familiencafes in denen sich Mann und Frau treffen können ohne Gesichtsbedeckung und Familienzugehörigkeit.

Die letzte Sure ist weniger ein spannender Krimi, als ein Roman, der spannende Einblicke in eine andere Welt gibt.

 

Die letzte Sure
Zoe Ferraris
Goldmann 04/2009
TB 8,95 €

   

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Die Loge Daniel Silva

 

Undurchsichtige Machenschaften des kleinsten Staates der Welt

 

Gabriel Allon führt ein geschicktes Doppelleben. Als Restaurator in Venedig legt er behutsam Hand an kostbare Kunstschätze. Als israelischer Geheimagent schreckt er auch vor Drecksarbeit nicht zurück und begeht Attentate auf führende Palästinenser. Als eines Tages sein Freund Benjamin Stern in München ermordet wird, steckt mehr dahinter als ein neofaschistischer Anschlag. Die Spur des Verbrechens führt direkt in den Vatikan zu der Geheimloge Cruz Vera. Und die möchte mit allen Mitteln verhindern, dass der neue liberale Papst einige gut behütete Geheimnisse des Vatikans ausplaudert. Um dies zu erreichen, schlägt die Loge auch unkonventionelle, nicht eben christliche Wege ein. So hat Allon alle Hände voll zu tun, den wahren Mörder seines Freundes zu finden und den Papst zu beschützen.

Vatikan-Thriller sind in, nicht erst seit Dan Browns Bestseller Illuminati. Auch in Daniel Silvas neuem Roman geht es um die undurchsichtigen Machenschaften des kleinsten Staates der Welt. Dabei erzählt er aber nicht nur rasant eine äußerst spannende Story, sondern es geht ihm auch um die Versöhnung zwischen Christen und Juden.

Silvas Roman entführt uns in eine Welt, in der die Bösen verlässlich böse sind und die Helden, trotz zweifelhafter Vergangenheit, jedes Hindernis mit Leichtigkeit überwinden.

 

Daniel Silva
Die Loge

Piper Verlag 01/2007

TB. 8,95 €