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Schneetreiben
Stefan
Holtkötter
Als
Martin Probst, ein junger Sexualstraftäter,
aus dem Gefängnis flieht, vermutet die
Polizei ihn bei seiner Adoptivmutter im münsterländischen
Birkenkotten. Doch noch ehe man ihn stellen
kann, wird im Dorf eine junge Frau
vergewaltigt und erdrosselt aufgefunden, und
der Verdacht richtet sich gegen Martin
Probst. Und dann spielt plötzlich das
Wetter verrückt, das westliche Münsterland
versinkt im Schneechaos. Die Bauernschaft
ist tagelang von der Außenwelt
abgeschnitten, mittendrin Hauptkommissar
Hambrock. Der nutzt die Zeit, um möglichen
Mordmotiven auf den Grund zu gehen und
treibt damit den Mörder immer mehr in die
Enge.
Ländliche
Idylle
Birkenkotten
ein kleines beschauliches Dorf im
Münsterland. Eine Dorfgemeinschaft wo jeder
jeden kennt, über seine Ängste und Sorgen
genauso Bescheid weiß, wie über die
Freuden und Glücksmomente. Sechs Jahre ist
es her, das die Idylle hier den ersten Riss
bekam. Eine Vergewaltigung, Opfer und Täter
zusammen in dieser Dorfgemeinschaft
aufgewachsen. Nur langsam verheilen die
Narben und dann geschieht das unfassbare
noch einmal. Nur diesmal wird das Opfer nach
der Vergewaltigung erdrosselt.
Ganz
behutsam führt uns der Autor, Stefan
Holtkötter, in diese Dorfgemeinschaft ein.
Mit klaren Sätzen und einer schnörkellosen
Sprache schafft er es sehr
genau und einfühlsam von den Menschen
dieser Region, ihren Lebensumständen und
ihren Eigenarten, ihren menschlichen Schwächen
und ihren Ängsten zu berichten. Man fiebert
mit den Personen, nimmt an ihrem Leben teil
und versucht mit Hauptkommissar
Hambrock den Mörder zu überführen.
Schneetreiben
ist ein Krimi der durch seine leisen Töne
einen Sog erzeugt, dem man sich nicht
entziehen kann und wo das Ende noch
lange nachhallt. Nicht nur für Münsterland
Fans ein Genuss.
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Stefan
Holtkötter
Schneetreiben
Piper
TB 11/2008
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Selbstauslöser
Michael Lister
Als Fotograf
Remington James in die Wälder Floridas
aufbricht, hat er eigentlich nur ein Ziel: den
Schnappschuss seines Lebens zu machen. Er weiß
nicht, dass ein gnadenloser Existenzkampf auf
ihn wartet.
Schrecken einer
Nacht
Remington James kehrt nach dem Tod seines
Vaters zurück in seine Heimatstadt im
ländlichen Florida um seine Mutter zu
unterstützen und den Jagdausrüsterladen seines
Vaters weiterzuführen. Hier entflammt seine
alte fast vergessene Leidenschaft wieder auf:
die Fotografie. An diesem späten Nachmittag
begibt er sich in die Wälder seiner Familie um
seine Kamerafallen zu kontrollieren und das
eine vollkommene Bild zu machen. Als er bei
seinen Fallen ankommt entdeckt er das sie
einen Mord aufgenommen haben und das der
Mörder immer noch an Ort und Stelle weilt.
Michael Lister beschreibt die gnadenlose Jagd
des Mörders und die Flucht des Fotografen mit
einer eigenwilligen Sprache und doch sehr
anschaulich. Kurze Absätze die z.B. so
beginnen:
"Heller
Mond.
Höllisch kalt.
Herbstnebel."
und eine fast
minimalistisch anmutende Sprache lassen den
Leser erst einmal stocken. Lässt man sich
darauf ein hat man das Gefühl man schaut sich
die Bilder des Fotografen an, denn für ihn
geht es in der Fotografie nicht darum,
möglichst viele Bilder zu machen sondern um
das, was man visualisieren kann, bevor man die
Kamera überhaupt zur Hand nimmt. (...) Auf
einen Knopf drücken und ein Bild machen kann
jeder. Seine Ambitionen sind künstlerisch.
Und genau dieses Ideal vermittelt der Autor
mit seinem eigenwilligen Sprachstil.
Und während
dieser einen Nacht lernt man in kurzen
Momentaufnahmen den Hauptprotagonisten kennen,
sein kompliziertes Verhältnis zum Vater, seine
gescheiterte Ehe, seine Liebe zur Natur und
dazwischen, immer wieder das schleichende Gefühl des
Grauens, was sich langsam aber beständig im
Kopf festsetzt.
Selbstauslöser
ist einer jener Romane, die einem noch lange
im Kopf rumspuken, wer aber einen rasanten,
actionreichen Thriller erwartet, dem sei von
diesem Buch abzuraten.
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Michael Lister
Selbstauslöser
Hoffmann und Campe 09/11
HC 19,99 €
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Die
siebte Stunde
Elisabeth Herrmann
Ein mörderisches
Spiel, ein rätselhafter Selbstmord und
ein quälendes Geheimnis: Als Anwalt
Joachim Vernau an einer Privatschule eine
Jura AG übernimmt, begegnen ihm die Schüler
voller Vorbehalte. Als er herausfindet,
was hinter ihrem Schweigen steckt, ist es
fast zu spät. Ein eindringlicher
Kriminalroman um Schuld und Verantwortung
und die Hilflosigkeit aller angesichts
dessen, was nicht sein darf.
Die
schwarze Königin
Gemeinsam
mit seiner langjährigen Freundin und
platonischer Liebe,
Marie-Luise, hat Joachim Vernau eine
Anwaltskanzlei gegründet. Die selten
Kundschaft ist ebenso Pleite wie er und
seine chaotische Partnerin. Unverhofft
erhält Vernau das lukrative Angebot. Doch
hinter der glänzenden Fassade tun sich
Abgründe auf. Der Selbstmord eines
Mädchens lastet wie ein Schatten auf den
Schülern. Noch seltsamer wird es, als
einige Mitschüler Mitteilungen auf ihr
Handy von dem Handy der Toten bekommen,
gekennzeichnet mit "Schwarze
Königin". Doch Vernau bekommt heraus,
dass der Tod der Schülerin etwas mit
Rollenspielen zu tun hat, die eine weitaus
größere Macht auf die Gruppe haben, als er
denkt.
Ähnlich
wie in ihrem Debütroman "Das
Kindermädchen" verknüpft Elisabeth
Herrmann hier wieder Fiktion mit
Wirklichkeit. Ihr kommt zu gute, dass sie
als Journalisten an genaue Recherchearbeit
gewöhnt ist, denn dieses genaue
Hineinversetzen in die einzelnen Personen
und die Aufklärung über das "Live
Action Roll Plays", schafft man nur,
wenn man sich intensiv mit der Szene
beschäftigt hat. Wenn man eine
einfallsreiche Story, die sehr humorvoll und
bis in die Nebenhandlungen, spannend
inszeniert ist, sucht und sich nebenbei noch
von der lebendigen Atmosphäre Berlins
gefangen nehmen lassen möchte, ist man mit
der siebten Stunde von Frau Herrmann mehr
als gut beraten.
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Elisabeth
Herrmann
Die
7. Stunde
Ullstein
01/2009
TB 8,95 €
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Silbergrau, Blutige Spiele
Tom
Wolf
Juli
1743. Friedrich II., mit Österreich im zermürbenden Krieg um
Schlesien, sinnt auf Erholung. Doch die wird ihm nicht gegönnt. Seiner neuen Berliner Oper fehlt eine Tänzerin, denn die frisch engagierte Barbera Campioni weigert sich, nach Berlin zu kommen und zieht es vor, bei ihrem Geliebten in Venedig zu bleiben. Als außerdem
Pepperoni, Lieblingskastrat des Königs eines gewaltsamen Todes stirbt, vermag nur Honoré Langustier Berlins Opernglück wieder herzustellen. Der Zweite Hofküchenmeister des Königs, ebenso hungrig wie scharfsinnig, reist zu Ermittlungen in allerhöchstem Auftrag nach Venedig.
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Tom Wolf
Silbergrau
Bebra 10/2004
TB 9,90
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Small
World
Martin
Suter
"Als
Konrad Lang zurückkam, stand alles in
Flammen, außer dem Holz im
Kamin"
Das Leben des reichen Fabrikantensohns
Thomas Koch und das seines ärmlichen
Freundes aus Kindertagen, Konrad Lang,
hat sich nie sehr weit auseinander
entwickelt.
Konrad
war stets zur Stelle, wenn Thomas nach
ihm verlangte. Mittlerweile sind die
beiden sechzig und Konrad hat immer
mehr Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis.
Nachdem er das Ferienhaus der Familie
Koch aus Unachtsamkeit abbrennen ließ,
reist er zu Thomas, da ihn immer mehr
Kindheitserinnerungen plagen. Die
betagte Mutter von Thomas, Haupt der
Familie und unumschränkte
Alleinherrscherin, möchte um keinen
Preis, daß die Vergangenheit nochmals
heraufbeschworen wird -- aus gutem
Grund.
Small
World ist ein verwickeltes
Familiendrama, das bis in die Zeit des
Nationalsozialismus reicht, eine
medizinische Fallstudie über
Alzheimer und nicht zuletzt ein
spannender Thriller. Die bewegende
Geschichte eines Mannes, den es auf
ungewöhnliche Weise in seine
Vergangenheit zieht. Zu einem
dramatische Geheimnis. Small World ist
Fallstudie, Gesellschaftsroman und
Thriller in einem.
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Martin
Suter
Small
World
Diogenes
Verlag 2000
9,90
€
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Späte
Rache
Henrike
Heiland
Manche
Wunden heilen nie. Und bluten immer weiter…
In
der Nähe der Rostocker Neptunwerft wird die
Leiche einer jungen Frau gefunden, der man
sämtliche Knochen gebrochen hat. Sie wurde
gerädert, wird Hauptkommissar Erik Kemper und
Kriminalpsychologin Dr. Anne Wahlberg bald
klar. Doch es kommt noch schlimmer: Wenig
später gibt es ein weiteres Opfer – zu Tode
gequält und gekreuzigt. Ohne nennenswerte
Spuren beginnt Anne ihre Recherchen und
erkennt, dass die Wurzeln der Morde weit in
die Vergangenheit zurückreichen.
Tatort
Rostock
Rostock ist bisher als Schauplatz in der
Krimilandschaft nicht zu finden gewesen.
Diesen weißen Fleck hat Hendricke Heiland mit
einem spannenden Krimiplot, ungewöhnlichen
Ermittlern und deutsch-deutscher Geschichte
farbig besetzt.
Ihr Ermittler
Duo arbeitet auf recht unkonventionelle Art
und Weise, denn die
Kriminalpsychologin Dr. Anne Wahlberg
besitzt emphatische Fähigkeiten.
Hauptkommissar Erik Kemper hat anfänglich so
seine Schwierigkeiten mit der hellsehenden
Kollegin, aber nach und nach werden die beiden
ein richtig gutes Team, welches dem Leser so
manches Schmunzeln entlockt.
Die Morde,
alle mit mittelalterlichen Foltermethoden
ausgeführt, sind wahrlich nichts für
zartbeseitete, aber auch hier bewies die
Autorin Fingerspitzengefühl. Die Art der
Tötung wird erwähnt, aber nicht in allen
Facetten ausgemalt.
Alles in
allem ein rundum gelungenes Debüte, welches
nicht nur den Ostseeurlaubern eine schlaflose
Nacht bescheren wird.
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Henrike
Heiland
Späte
Rache
Bastei
Lübbe
Juni
2006
7,90
€
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