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Der Wald ist Schweigen
Gisa
Klönne
"Das
was die Krähen zurückgelassen haben, liegt
auf der hölzernen Sitzbank. Es stinkt
gotterbärmlich. Es ist nackt und
zerfressen. Schutzlos."
Kommissarin
Judith Krieger wird ein Mordfall
übertragen. Es ist ihre letzte Chance sich
in diesem Job zu beweisen. Seit zwei Jahren
knappert sie am Tod ihres Partners, ihre
Beziehung ist daran zerbrochen und ihre
einst legendären Fähigkeiten im Job haben
sich in Luft aufgelöst. Zu allem Überdruss
wird ihr auch noch ein Grünschnabel als
gleichwertiger Partner an die Seite
gestellt. Der Tatort ist ein entlegenes Tal
im Bergischen Land mit einem einsamen
Forsthaus und einem Aschram in dem
Aussteiger ihr Glück suchen. Der Tote,
nackt und völlig zerfressen von Krähen,
wurde von der Försterin, Diana Westermann,
auf einem Hochsitz mitten im Wald gefunden.
Die junge Försterin plagt sich mit Neidern,
anonymen Drohanrufen und bedenklichen
Erlebnissen im Wald herum. Das
Aussteiger-Aschram, genannt Sonnenhof
verbirgt auch irgendetwas und so macht sich
Judith Krieger kettenrauchend und chronisch
übermüdet an die Ermittlungen. Es
unterlaufen ihr Fehler und so bringt ihr
junger Kollege die ersten Ermittlungserfolge
und sie wird vom Dienst suspendiert. Doch
jetzt erwacht ihr Ehrgeiz und sie ermittelt
auf eigene Faust weiter und es wird eine
zweite Leiche im Wald gefunden....
Gisa
Klönne schafft es ein Netz aus Spuren,
Motiven und Tatverdächtigen auszuwerfen ohne
sich darin zu verheddern. Gekonnt nimmt sie
den Leser an die Hand und führt ihn durch
einen spannenden Krimi, in dem die Klischees
von Gut und Böse - Täter und Opfer in sich
zerfallen.
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Gisa Klönne
Der
Wald ist Schweigen
Ullstein-Verlag
10/2006
TB
8,95
€
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Wenn alte Damen
schießen
Daniel
Pennac
Im
Pariser Stadtteil Belleville sind innerhalb
eines Monats vier alte Damen ermordet worden.
Dies ist der Grund, weshalb sich Inspektor
Vanini in der Kälte herumtreiben muss, um das
Viertel im Auge zu behalten. Dort wird er dann
ohne viel Federlesens einfach von einer alten
Dame erschossen.
Benjamin
Malaussène hat seinen Job als Sündenbock
eines Pariser Kaufhauses verloren und ist nun
Sündenbock eines Verlagshauses. Dort muss er
als Prellbock zwischen Verlagsleitung und verärgerten
Autoren dienen. Zumindest wird es besser
bezahlt als im Kaufhaus, ansonsten hat sich in
seinem Leben nicht sonderlich viel verändert.
Seine Familie nimmt ihn weiterhin schwer in
Beschlag, denn seine Mutter ist irgendwie ständig
schwanger. Nach den Geburten verschwindet sie
dann mit irgend einem neuen Freund und lässt
Benjamin auf seine Geschwister aufpassen.
Mit
dem Mord an Vanini haben die Malaussènes nur
insoweit etwas zu tun, als Benjamins kleiner
Bruder „le petit“ Zeuge des tödlichen
Schusses wurde. Er hat allerdings den Ablauf
der Dinge nicht so ganz verstanden und erzählt
seiner Familie nur, er habe eine Fee gesehen,
welche Männer in Blumen verwandle.
Dummerweise tappt die Polizei völlig im
Dunkeln, was die Hintergründe des Mordes an
ihrem Inspektor oder an den alten Damen
angeht. Selbst der Einsatz von Inspektor Van
Thian in Frauenkleidern oder die Anforderung
des jungen Verhörspezialisten Pastor bringt
die Polizei nicht wirklich weiter in ihren
Ermittlungen. Aber die wenigen Spuren, welche
die Polizei besitzt, führen auf die eine oder
andere Weise immer zum selben Verdächtigen:
zu Benjamin! Und auch die Polizei muss Erfolge
vorweisen und ist an einem Sündenbock sehr
interessiert...
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Daniel
Pennac
Wenn
alte Damen schießen
KIWI
2002
TB 9,90
€
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Wismarbucht
André Bawar
Ausgerechnet
an Himmelfahrt wird im Brackwasser des Alten
Hafens von Wismar ein Kopf gefunden. Vom
restlichen Körper fehlt jede Spur.
Oberkommissar Olaf Hansen wird schnell klar
das war Mord, denn im Kopf steckte eine
Plastiktüte, was ihn am untergehen hinderte.
Doch wer war der Tote, wo war sein Körper
und vor allem wer war der Mörder der ihm den
Kopf abhackte?
Piraten in
der Ostsee ?!
André Bawar
lässt in seinem zweiten Küstenkrimi die
Legende um Klaus Störtebecker auferstehen.
Bei den Ermittlungen stößt Oberkommissar
Olaf Hansen immer wieder auf das Gerücht
Piraten hätten sich in Wismar eingenistet
und betrieben einen großen Schmugglerring.
Als noch ein weiterer Kopf auftaucht und der
Oberkommissar mit eigenen Augen sieht, wie
in der Mecklenburger Bucht ein großes
Holzschiff mit Piratenflagge jagt auf
kleinere Motorjachten macht und sie entert,
wird es auch dem Kommissar zu bunt und er
fängt an seine Netze auszubreiten um seine
Beute bzw. Täter einzufangen.
"Da's 'n Malheur!" see de lütt buckelige
Klempner, door harr he sien Nees an
Teekettel fastlöt.
("Das
ist ein Unglück!" sagte der kleine,
buckelige Klempner, da hatte er seine Nase
am Teekessel festgelötet.)
Kriminalassistent Kubsch (der bei Stress
Nasen- und Zahnfleischbluten bekommt)
protokolliert alle Fälle des Oberkommissar's
Olaf Hansen, wodurch der Leser in den Genuss
der Ereignisse, sowie der ureigensten
Gedanken von Kubsch kommt. "..... Mir
wurde ein bisschen schwindlig. Hatte ich
gerade noch gedacht, den Durchblick zu
kriegen, fühlte ich mich jetzt wieder wie
ganz weit draußen auf dem Meer, nur ohne
rettendes Floß." Mit einigem
Augenzwingern kommentiert er die Eigenheiten
der Region und deren Bewohner. Wie die
Fischverkäuferin Lotte, die den Kopf fand
und im besten Plattdeutsch ein Sprichwort
nach dem anderen serviert, wie "Wenn du
nur lang genug auf die See schaust, dann
schwimmen irgendwann die Leichen deiner
Feinde an dir vorbei." Oder Wurst-Willi,
der Besitzer der Imbissbude Eis-Moor, der
immer über alles informiert ist (ob legale
oder illegale Aktivitäten) und diese gerne
auch weitergibt, was aber nicht ohne eine
feuchte Speicheldusche für den Zuhörer
ausgeht.
Wer wissen
möchte was die Lachmöwe Gustav, ein
Trauerschwan und ein Leuchtturm sechs
Kilometer entfernt von der Küste mit dem
Fall zu tun haben, sollte sich André Bawar's
nicht immer ganz so ernst gemeinten und mit
viel Augenzwinkern erzählten Krimi
von seiner Wahlheimat Wismar und deren
Umgebung zu Gemühte führen.
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André Bawar
Wismarbucht
Emons Verlag 09/10
9,90 €
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