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Ein Fall für Kay Scarpetta
Patricia Cornwell

Die Vorliebe fürs Kochen und guten Rotwein scheint den grausamen Alltag auszubalancieren. 

Während der Entstehungsphase von 'Ein Fall für Kay Scarpetta' lernte Patricia Cornwell Marcella Fierro, die Leiterin der Gerichtsmedizin des Staates Virginia, kennen, durch die sie viele Einzelheiten über die gerichtsmedizinischen Arbeiten erfuhr. Diese Kenntnisse benutzte Cornwell als Grundlage für die Bücher um Kay Scarpetta.

Die Figur der Kay Scarpetta war in der Serie über lange Zeit hinweg wie die reale Marcella Fierro als leitende Gerichtsmedizinerin des Bundesstaates Virginia tätig. In dieser Zeit spielen die ersten 11 Bücher der Reihe. Begleitet wird Kay Scarpetta in den meisten dieser Bücher von drei wichtigen Nebenfiguren: Ihre hochbegabte Nichte Lucy Farinelli, den Richmonder Polizisten Pete Marino sowie dem FBI-Profiler Benton Wesley. 

Da Kay Scarpetta kaum Verwandte bzw. Familie hat, stellen diese Figuren (die ebenfalls kaum Verwandte haben bzw. gerade unter diesem Mangel leiden) eine Art Ersatzfamilie dar. Cornwell selbst betont die Parallelen zwischen ihrem eigenem Leben und Kay Scarpetta: Beide wurden in Miami geboren, beide sind geschieden, beide arbeiteten in der Gerichtsmedizin und beide hatten problematische Beziehungen zu ihren Vätern.

Man merkt, wie sehr die Autorin sich mit der kultivierten Kay Scarpetta identifiziert. "Ich würde mich fast immer ihrer Meinung anschließen", sagte Patricia Cornwell einmal in einem Interview. "Das gilt auch für ihren Charakter. Was sie als moralisch, richtig, anständig und gerecht betrachtet, empfinde auch ich so. Wir haben einen ähnlichen Geschmack, was Kunst, Musik und Essen angeht. Bis zu einem gewissen Grad schreibe ich über die Welt, in der ich lebe."  

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Der falsche Freund

Nicci French

 

Gnadenloser Psychoterror

Miranda verliebt sich schnell und lässt auch schnell wieder los. Selbstbewusst entscheidet sie in der Liebe und im Job. Als sie an diesem Nachmittag nach Hause kommt, ist ihr neuer Liebhaber Brendan schon da. Ungeniert liest er in ihren Tagebüchern. Sie wirft ihn hinaus – und zurück bleibt allenfalls ein schaler Nachgeschmack. Zwei Wochen später stellt Mirandas Schwester Kerry ihr verliebt und überglücklich ihren neuen Freund vor. Es ist Brendan. Die Familie erliegt seinem Charme. Nur Miranda hat ein ungutes Gefühl. Brendan schmeichelt und lügt, präsentiert sich als Kerrys Bräutigam und macht Miranda obszöne Angebote. Niemand außer Miranda scheint etwas zu bemerken. Wie eine Klette hängt er sich an sie, drängt sich unaufhaltsam in ihr Leben, stiehlt das Vertrauen ihrer Freunde und untergräbt ihr Selbstvertrauen.

Dann kommen ihr Bruder und ihre beste Freundin unter mysteriösen Umständen ums Leben. Miranda ist überzeugt, dass Brendan seine Finger im Spiel hat. Niemand glaubt ihr. Hilflos muss sie zusehen, wie Brendan sie immer mehr isoliert. Doch erst, als sie kaum noch Luft zum Atmen hat, schlägt sie mit dem Mut der Verzweiflung zurück … 

Goldmann Verlag

erschienen 05/2006

TB 8,95 €

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Fundort Jannowitzbrücke

Stefan Holtkötter

 

Die Seele der Stadt mit ihrer düsteren und geheimnisvollen Seite

Auf einem düsteren Parkplatz an der Berliner Jannowitzbrücke wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie ist das jüngste Opfer eines Serienmörders, der die Öffentlichkeit seit Monaten in Angst und Schrecken versetzt. Und auch diesmal scheint der Täter der Polizei keine brauchbare Spur hinterlassen zu haben. Kriminalkommissar Michael Schöne, wegen seiner emotionalen Arbeitsweise belächelter Außenseiter in der Kommission, befasst sich mit dem Familienleben der Toten. Ein Netz aus Geheimnissen und familiären Spannungen konfrontiert ihn mit seiner eigenen, verdrängten Vergangenheit. Wissen die trauernden Angehörigen mehr über die Tat, als sie vorgeben? Zu spät entdeckt Michael Schöne die Zusammenhänge, und ein weiterer Mord scheint nicht mehr abwendbar... 

Stefan Holtkötter zeichnet in seinem Roman ein Bild von der dunklen Seite der Stadt mit seinen Verlierern, Geächteten und Unsichtbaren. Temporeich und authentisch erzählt er nicht nur von einer ungewöhnlichen Mordserie, sondern auch von den verschiedenen Leben der Protagonisten. Da wäre die Burger - Point Kassiererin Ute, die entdeckt, das sie mehr aus ihrem Leben machen kann als sie glaubte, die Streifenpolizisten Anna, die sich in einem von Männern dominierten Beruf behaupten muss, Sonderkommissionsleiter Wolfgang Herzberger, für den der Fall das Ende seiner beruflichen Laufbahn bedeuten könnte,  Barbara, die Schwester des Opfers, die auf sehr unkonventionelle Art und Weise versucht sich ihrer Familie wieder zu nähern und Kriminalkommissar Michael Schöne, dem bei der Ermittlung ständig sein eigenes Leben in die Quere kommt. Sie alle machen diesen Krimi lebendig und nachfühlbar. Am Ende sitzt man mit dem Buch in der Hand da und grübelt über das Leben und die Gerechtigkeit nach und wünscht sich, dass der nächste Band schon erschienen wäre. 

Stefan Holtkötter
Fundort Jannowitzbrücke
Piper Mai 2005
7,90 €

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