totsicher
   
 

Buchempfehlungen

 

 

K

 

 

 

 

 

 

zurück zur Übersicht

 

 

 

 

Das Kreuz von Kränack

Ralph Gerstenberg

So etwas hätte der Berliner Hauptkommissar Bernhardt Oeser in der tiefsten Provinz von Brandenburg nicht erwartet: In einem Teich in Krähnack, einem kleinen Nest in der Uckermark, wird die Leiche eines buddhistischen Mönches gefunden.

Eigentlich möchte Oeser mit dem "Life-Work-Balance-Seminar" seiner Gesundheit auf die Sprünge helfen. Nach zwei Herzinfarkten ist er an den Schreibtisch verbannt worden und lebt einer drohenden Frühpensonierung entgegen. Das Seminar und die junge Journalisten Monika Abendroth vom "Märkischem Kurier", die einen Beitrag über das Seminar verfassen will, gehen ihm schnell auf die Nerven. Da kommt der Mord an dem Mönch wie gerufen und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Kränack ging es nach der Wende wie vielen kleinen Ortschaften in Ostdeutschland: Die meisten jungen Leute sind weggezogen, die ortsansässige überwiegend ältere Bevölkerung ist arbeitslos und die Zugezogenen eher skurrile Großstadtflüchtlinge.

Zu denen gehört auch der Künstler und Schloßbesitzer Carlos Roda. Er wird einen Tag nach dem Mönch gekreuzigt am Mast der so genannten >Arche<, seinem letzten Kunstobjekt aufgefunden.

Oeser stellt sich die Frage was der Mord an einem Künstler und einem Mönch miteinander zu tun haben könnte. Er beginnt zu ermitteln, immer begleitet von der Journalistin Abendroth und natürlich inoffiziell.

Amüsant und mit feiner Ironie versteht der Autor vom Leben zu erzählen.

zurück zur Übersicht


   

Das Kindermädchen

Elisabeth Herrmann

Berlin im Hochsommer: Eine alte Frau steht eines Morgens im Garten der wohlhabenden Anwaltsfamilie Zernikow. Sie will das Familienoberhaupt Utz von Zernikow sprechen und ihm ein Schriftstück zur Unterschrift vorlegen. Joachim Vernau, Anwalt im Hause Zernikow und Schwiegersohn in spe, nimmt das vermutlich in Russisch verfasste Dokument an und wimmelt die alte Frau ab. Einige Tage später liest Joachim, Ich-Erzähler des Romans, in der Zeitung vom Unfalltod der Frau. Olga W., eine Ukrainerin, ist im Landwehrkanal ertrunken. Joachims Neugierde ist geweckt: Wer war diese Frau, die für ihre Freundin Natalja Tscherednitschenkowa jenes Dokument unterschreiben lassen wollte? Wer ist Natalja Tscherednitschenkowa und was hat sie mit der Familie seiner zukünftigen Frau Sigrun Zernikow zu tun?

Begonnen hat alles mit einem Bericht im Tagesspiegel

Elisabeth Herrmann las einen Bericht über eine Initiative zur Unterstützung früherer Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine. Das für sie neue daran, war die Tatsache, dass Zwangsarbeiter nicht nur in der Industrie, sondern auch in privaten Haushalten arbeiten mussten. Und so begann die Autorin Hintergrundinformationen zusammeln. Sie war bei Historikern, bei einem Berliner Verein der ehemalige Zwangsarbeiter unterstützte und in der Ukraine bei Frauen die dieses Schicksal selbst erlitten hatten. Und sie beschloss eine Geschichte zuschreiben. Herausgekommen ist "Das Kindermädchen", ein Roman der, trotz des harten Grundthemas vor Witz und schwarzen Humor sprüht, sensibel gezeichnete Figuren aufweist und mit flott erzählten Actionszenen ebenso wie mit nachdenklich, ruhigen Rückblenden den Leser in seinen Bann schlägt. Um es mit Andrea Fischer zu sagen: "Sie hat (...) einen richtig guten Kriminalroman geschrieben."   

Elisabeth Herrmann
Das Kindermädchen
Goldmann-Verlag 2007
8,95 €

zurück zur Übersicht


   

Karteileichen

Hans Lebek

 

 

Hauptkommissar Michael Schlosser wird zur Birthler-Behörde in Berlin gerufen. Ein Mitarbeiter der Behörde, Martin Steiner, wurde ermordet aufgefunden – zerquetscht zwischen den schweren Regalen des Archivs. Schlosser ist verblüfft, dass dieser Mord von den Überwachungskameras aufgezeichnet wurde, noch mehr überrascht ihn aber die Tatsache, dass der unscheinbare Archivar ein lupenreines Doppelleben geführt hatte …

 

Gmeiner Verlag
TB 9,90 €
erschienen 02/2006

zurück zur Übersicht


   

Kundry weint

Rüdiger Offergeld 

 

 

Kein Festspielsommer in Bayreuth ohne Skandal. In diesem Jahr der plötzliche Tod Dr. Siegfried Sögels, Direktor des Richard Wagner-Nationalarchivs. Mord oder Suizid? Drei Tage zuvor waren im Park des Hofgartens zwei schwarzen Schwänen die Kehle durchgeschnitten worden. Schwarze Schwäne hatte einst König Ludwig Richard Wagner als Geburtstagsgeschenk überreicht. Wer hatte dem Toten schwarze Schwanfedern in die starren Hände gelegt? Welche Motive gibt es für diese frevelhafte Tat? In Bayreuth rumort es. Viele wollen in ihr eine warnende Botschaft des Täters an diejenigen erkennen, die es wagen, den im Tresorraum des Archivs für alle Zeiten verschlossenen Briefwechsel zwischen Hitler und dem Hause Wahnfried ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Auf Alma Rosen, jüdische Journalistin aus New York, lastet dieser schwere Verdacht. Hat ihr Archivdirektor Sögel diese brisante Korrespondenz in die Hände gespielt? Mußte er deshalb sterben? Welches Verhältnis hatten die beiden miteinander? Wird Alma Rosen diese Dokumente, die Wahnfrieds allzu enge Verknüpfung mit dem Führer und seinen verbrecherischen Zielen belegen könnten, tatsächlich veröffentlichen? Der Ruf der Festspiele ist in akuter Gefahr. Wer schickt Morddrohungen an Alma Rosen? Wagnerianer aus der ganzen Welt sind nach Bayreuth gekommen um die Neuinszenierung des Bühnenweihfestspiels Parsifal zu erleben. Auch der berühmte Biologe Jonathan Murphy aus den USA, der "Messias der Gentechnologie", ein glühender Verehrer Wagners und seines Parsifals. Was hat er mit all dem zu tun? Der Kriminalpsychologe Firmian von Dall'Armi wird von der bayrischen Staatsregierung beauftragt, der Bayreuther Polizei beratend zur Seite zu stehen. Seine Ermittlungen führen ihn in mysteriöse Wagnerwelten, in die Wahnwelt vom Heilgen Gral und seinem Mythos von ewiger Jugend und Schönheit - und direkt in die dunkle deutsche Vergangenheit.

Rüdiger Offergeld 

Kundry weint
Allitera Verlag 2005
Taschenbuch
12,00 €

zurück zur Übersicht


 

 

 

Kleine Infamien

Carmen Posadas

"Ich hatte mich einmal in einer Kühlkammer eingesperrt"

.... erzählt Carmen Posadas in einem Interview. "Und wäre beinahe darin umgekommen. Zum Glück hat jemand gemerkt, dass ich dort eingeschlossen war, aber ich werde es mein Lebtag nicht vergessen. Ich dachte die ganze Zeit, mein Gott, ich werde hier sterben, gefroren wie ein Sorbet, wie schrecklich! Der Tod kann nicht nur tragisch, sondern auch ganz schön lächerlich sein."

Ein nobles Landhaus an der Costa del Sol. Darin eine Gesellschaft, ein exzentrischer Kunstsammler; ein Gastgeberpaar mit dubioser Vergangenheit; ein panischer Hausfreund; ein Spitzenkoch mit seinem seltsamen Servicepersonal. Nach dem nicht ganz spannungsfrei verlaufenen Dinner schließt sich morgens um vier die von innen nicht zu öffnende Tür der Kühlkammer hinter dem Chefkoch Néstor Chaffino und beschert ihm einen langsamen Erfrierungstod. Zufall oder Mord!? Der Chefkoch schrieb gerade an einem Buch mit dem Titel "Kleine Infamien". Ist es wirklich nur ein Buch wo die letzten Geheimnisse einer guten Nachspeise preisgegeben werden oder plaudert Nestor die dunklen Geheimnisse seiner ehemaligen Arbeitgeber aus. Alle Anwesende hätten ein Motiv und Carmen Posadas führt uns peu á peu in die miteinander verflochtenen Vorgeschichten der einzelnen Personen ein und entwickelt dabei ein lustiges Verwirrspiel bei dem man am Ende immer noch überlegt war es nun Mord oder ...?

Carmen Posadas
Kleine Infamien
Suhrkamp 2004
9,00 €

zurück zur Übersicht


 

kurz vor danach und gegenüber von immer

Beatrice und Philipp Beng

Ein Kriminalroman zwischen den Kontinenten
Der siebzehnjährige Vincent will als Austauschschüler drei Monate am anderen Ende der Welt verbringen. Als er Berlin und seine Familie verlässt, ahnt niemand, dass von einer erholsamen Verlängerung der Sommerferien unter der Sonne Argentiniens keine Rede sein kann. Stattdessen muss er sich mit Hilfe seiner Mutter Lena auf die Suche nach seinem verschwunden Freund begeben. Und dann ist da noch dieses Mädchen, das tot im Heizungskeller des Colegio Wagner gefunden wurde. Und so stolpern Lena und Vincent, 12.000 Kilometer voneinander entfernt, gemeinsam von einem Desaster ins nächste.

Dieser Krimi ist mal etwas anderes. Die Ermittler sind diesmal die Mutter, eine Sozialarbeiterin und ihr Sohn, ein Austauschschüler. Zusammen versuchen sie via E-Mail das Verschwinden des besten Freundes und den Tod des Mädchens zu klären. Dazwischen erfährt man viel über das Leben in beiden Städten und über die Mutter Sohn Beziehung. 

Ein sprachlich gutes Buch, das durch den etwas anderen Aufbau und seinen authentischen Hauptpersonen ein schönes Lesevergnügen bietet.

kurz vor danach und gegenüber von immer
Kahl Verlag 03/08
14,90 €

zurück zur Übersicht


 

Kap der Finsternis

Roger Smith

 

Ein dummer Zufall, ein brutales Verbrechen, ein korrupter Polizist und eine schonungslose Tour de force, die in immer tiefere Abgründe führt.

 

Der Amerikaner Jack Burn bewohnt in Kapstadt zusammen mit seiner schwangeren Frau und ihrem Sohn ein Haus in einer Wohnanlage für vermögende Weiße. Während Burn in Amerika wegen einem Banküberfall mit mehreren Toten von der Polizei gesucht wird, lebt er hier unauffällig unter anderen Reichen. Ausgerechnet er und seine Familie werden in ihrem Haus von zwei durchgeknallten, schwarzen Gangmitgliedern überfallen. Burn tötet beide, beseitigt die Leichen und weiß sofort, dass sein Alptraum damit gerade erst begonnen hat.

 

Benny Mongrel, ein ehemaliges Gang-Mitglied arbeitet als Sicherheitsmann auf der Baustelle neben Burns Haus und 

Rudi Barnard, auch Gatsby genannt, ein weißer Polizist in Kapstadt, ein bigotter Mensch ohne moralische Grenzen, wissen ziemlich schnell, was in dem Haus passiert ist und versuchen ihren Nutzen daraus zu ziehen.

Kapstadt – abseits der Touristenmetropole

 

Es ist ein extrem gewalttätiges Südafrika, das der Autor uns aufzeigt. Sprachlich schafft er dies durch einen schnellen brutalen Schreibstil, einer authentischen Sprache sowie wechselnden Erzählperspektiven, wobei jede Szene abwechselnd von einer der Figuren in ihrem jeweiligen Sprachtypus erzählt wird.

 

Inhaltlich kommt keiner seiner Figuren ohne Gewalt aus. Der Part des Guten fehlt völlig in diesem Roman. Leichen pflastern den Weg.

 

Diese Härte und Brutalität, die als selbstverständlich und normal gezeigt wird, lässt einem schon das Blut in den Adern gefrieren. Deon Meyer wählte schon Südafrika als Schauplatz für seine Krimis. Auch bei ihm gehörte die Brutalität zur Tagesordnung. Aber anders als Meyer vermittelt Smith das blanke Entsetzen über die Zustände in seinem Land, über die unüberwindbar scheinende Schere zwischen arm und reich, über die Hoffnungslosigkeit und über die Brutalität. Nicht ein kleiner Hoffnungsschimmer zeichnet sich am Horizont.

 

Kap der Finsternis
Roger Smith
Tropen Verlag 03/09
HC 21,90 €

 

   
startseite
vorlesen
nachlesen
autoren
bestellen
kontakt
impressum